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28.03.2018

Jederzeit sofort Warmwasser? Nicht auf Kosten der Allgemeinheit

Foto: LBS/Tomicek

Es mag zwar für den einzelnen Bewohner eines Hauses wünschenswert sein, wenn auch mitten in der Nacht noch auf Anhieb warmes Wasser aus den Leitungen kommt. Doch die Eigentümergemeinschaft kann sich nach Information des Infodienstes Recht und Steuern der LBS dagegen verwahren, die Kosten dafür mit zu tragen.

Der Fall: Ein Mitglied einer Eigentümergemeinschaft wollte seinen Mietern rund um die Uhr warmes Wasser bieten. Das wäre technisch kein Problem gewesen, wenn die vorhandene Zirkulationspumpe nicht nur tagsüber, sondern auch nachts in Betrieb gewesen wäre. Die Wohnungseigentümergemeinschaft hatte sich aber darauf geeinigt, dass die Pumpe wochentags nachts abgeschaltet werden sollte. Man bot der Eigentümerin an, die Pumpe künftig rund um die Uhr zu betreiben, wenn sie die Kosten dafür übernehme. Dazu war sie nicht bereit, sie forderte eine Beteiligung aller Mitglieder.

Das Urteil: Ein längerer zeitlicher Vorlauf, ehe nach Aufdrehen des Hahns das Wasser richtig warm werde, sei Bewohnern während der Nacht zuzumuten, entschied die Justiz (Amtsgericht Remscheid, Az 7 C 152/16). Ein Dauerbetrieb könne nicht als zwingend nötig erachtet werden, zumal ja die meisten nächtlichen Verrichtungen wie Händewaschen nach dem Toilettenbesuch auch mit kaltem Wasser problemlos möglich sei. Zeitgemäßes ökonomisches und ökologisches Handeln spreche für ein Abschalten der Zirkulationspumpe in der Nacht.

Informationen: https://www.lbs.de/presse/p/infodienst_recht_und_steuern/details_9446882.jsp