Gebäudeheizung künftig ohne fossile Energien

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Sandweier (hr)  Über den Stand und die Position des Fachverbandes zur Novelle des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes (EWärmeG) Baden-Württemberg und das neue Energielabel "ErP" informierte Dietmar Zahn, Geschäftsführer des Fachverbandes Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg, Mitglieder der Innung.


Bei den Gesprächen mit der Regierung und den Landtagsfraktionen wurde deutlich, dass der Klimawandel eine sehr ernste Bedrohung unserer Lebensgrundlagen darstellt, die Landesregierung Baden-Württemberg zu einer führenden Energie- und Klimaschutzregion machen will und mittelfristig die fossilen Energieträger ausschließlich dem Verkehrssektor zur Verfügung stehen sollen. Nach den Planungen soll das novellierte EWärmeG durch die verstärkte Einsparung fossiler Brennstoffe einen höheren Beitrag zum Klimaschutz leisten, wobei konsequenterweise künftig auch Nichtwohngebäude (z. B. Bürogebäude) einen Beitrag leisten müssen.

Wesentlichen Änderungen durch die Novelle sind beispielsweise die Anhebung des Pflichtanteils der erneuerbaren Energie (EE) von 10 auf 15 Prozent, die Solarthermie keine "Ankertechnologie" mehr ist, die Palette der Erfüllungsoptionen ausgeweitet und die Kombination verschiedener Erfüllungsmöglichkeiten zugelassen wurden. Neu aufgenommen wurde erstmals der Aspekt eines gebäudeindividuellen energetischen Sanierungsfahrplans, um eine Verbindung zwischen dem gebäudebezogenen Wärmebedarf und einer energetischen Gesamtbetrachtung des Gebäudes herzustellen. Dem Sanierungsfahrplan kommt eine wichtige Informations-, Beratungs- und Motivationsfunktion zu. Der Sanierungsfahrplan kann bei Nichtwohngebäuden den 15prozentigen EE-Anteil ersetzen.

Zahn sieht auch Vorteile in der Novelle des EWärmeG für die Betriebe des SHK-Handwerks. Weiterhin gilt das Gesetz nur, wenn ein zentraler Wärmeerzeuger für Heizung /Warmwassererzeuge ausgetauscht oder erstmalig an ein Fern-/Nahwärmenetz angeschlossen wird. In den nächsten Jahren müssen Heizungsanlagen ausgetauscht werden, wobei für die Umsetzung der Eigentümer verantwortlich, die Betriebe haben nur eine Hinweispflicht, entsprechendes Material wird vom Ministerium und vom Fachverband in den nächsten Monaten zur Verfügung gestellt.

Neu war für viele Teilnehmer, dass sie spätestens im September 2015 ihren Kunden für alle Raumheizgeräte, Kombiheizgeräte, Verbundanlagen aus Raumheizgeräten, Warmwasserbereitern und Warmwasserspeichern über die neue Ökodesignrichtlinie informieren sowie das neue Energielabel übergeben müssen. Die gesetzliche Verordnung für energierelevante Produkte (Energy related Pro-ducts) – kurz ErP genannt – bewertet unterschiedliche Geräte und teilt diese in verschiedene Effizienzklassen ein. Was jeder bereits von Kühlschränken, Fernsehgeräten und Waschmaschinen kennt, wird künftig auch für Heizgeräte, Warmwassergeräte, Heizungswärmepumpen, Warmwasser-Wärmepumpen, Solarspeicher und indirekte Speicher Pflicht, sind mit einem europaweit einheitlichen Energielabel zu kennzeichnen. Dringend empfahl er den SHK-Betrieben die Ökpdesignanforderungen zu beachten oder den Auftraggeber ausdrücklich schriftlich auf Abweichungen hinzuweisen.

Lars Huber und Obermeister Hans-Albert Fritsch dankten dem Referenten für die umfassenden und aktuellen Informationen.